Zeitzeugen fragen – solange es noch geht

Auch in diesem Jahr erhielten die zehnten Klassen unserer Schule wieder die Gelegenheit, am Projekt "Wider das Vergessen" teilzunehmen. Neben der Auschwitz-Fahrt im November 2016 bildete der Zeitzeugentag am 19. Januar diesen Jahres einen der Höhepunkte. Bereits einen Tag vorher durften ausgewählte Schülerinnen und Schüler die zwei für das Johanneum ausgesuchten Zeitzeugen im Jugendclubhaus "Ossi" kennen lernen. Anregende Gespräche führten die Jugendlichen mit Gisela Plessgott und Wolf Stötzel, deren Väter das KZ Buchenwald überlebten. Sowohl Plessgott als auch Stötzel sind Zeitzeugen der zweiten Generation, haben also die Gräuel der Nazis nicht aktiv erlebt.

Der Projekttag am 19. Januar begann mit einer feierlichen Veranstaltung in der neuen Kufa, an der die Klasse 10b gemeinsam mit Frau Liebig teilnahm. Dort wurden alle Zeitzeugen vorgestellt. Der stellvertretende Oberbürgermeister sprach, genauso wie die Verantwortlichen des Projekts.

Die Zeitzeugengespräche waren auch in diesem Jahr wieder etwas ganz Besonderes für unsere Schüler – bieten sie doch einen unmittelbaren Einblick in historische Geschehnisse. Obwohl beispielsweise Gisela Plessgott niemals Opfer der Nationalsozialisten war, konnte sie doch in sehr anschaulicher Art und Weise die Leiden des Vaters für die Jugendlichen nachzeichnen, die gespannt den Ausführungen der alten Dame lauschten. Besonders beeindruckt hat die Schüler dabei die Schilderung der Gräuel der Nazis.

Eigentlich sollte in diesem Jahr Günther Pappenheim (91 Jahre) unser Zeitzeuge werden. Leider konnte er aufgrund von Krankheit nicht teilnehmen. Hoffen wir, dass uns die Zeitzeugen noch lange erhalten bleiben, damit wir auch weiterhin Einblicke in die gelebte Vergangenheit erhalten.

Über diesen Beitrag

Rubrik: Berichte & Rückblicke

Veröffentlicht: am 10.02.2017

Autor: Frau Liebig

Bildnachweis: Frau Liebig