Partnerschule aus Fulda zu Gast am Johanneum

Die aus dem Projekt "Jugend und Umwelt" entstandene Partnerschaft zwischen der Winfriedschule Fulda und dem Johanneum wird in dieser Woche in Hoyerswerda gepflegt.

Ca. 20 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Winfriedschule in Fulda, in Begleitung von 2 Lehrern, reisten am gestrigen Montag, den 09.06.2008 per Bahn an, um eine Woche mit ihrer Partnerklasse vom Johanneum zu verbringen. Nachdem man die Gäste vom Bahnhof abgeholt und gleich ein wenig durch die Stadt geführt hatte, erwartet sie im Innenhof des Johanneums ein kleines Piknik. Aber nicht bevor Herr Kiefer einige Worte zur Begrüßung an die Gäste richtet.

Anschließend ging es zur Besichtigung der Schule und zum Kennenlernen der Gasteltern.


Entdeckung des wilden Ostens

Zum elften Mal fand der Schüleraustausch zwischen den Schülern des Gymnasiums Winfriedschule Fulda und des Christlichen Gymnasiums Johanneum in Hoyerswerda statt.

Die hessischen Schüler besuchten unter der Betreuung ihrer ostdeutschen Austauschschüler im Juni (09.06.-13.06.2008) unsere Region. Nach einer 6-stündigen ICE-Fahrt trafen die Fuldaer auf dem Hoyerswerdaer Hauptbahnhof ein und wurden von einigen Schülern des Johanneums durch die Altstadt geführt. Hierauf folgten die Begrüßung durch den Schulleiter Günter Kiefer im Innenhof des Gymnasiums und die anschließende Fahrt zu den Gastfamilien.

Am Dienstag bei wunderschönem Wetter fuhren beide Klassen nach Dresden. Die Gastschüler, die die Stadt noch nicht kannten, waren interessiert und sehr aufgeregt. Es wurde keine professionelle Führung gebucht, sondern von den Schülern des Johanneums selbst ein Gang durch die Landeshauptstadt zusammengestellt. Zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten wurden kurze Vorträge vorbereitet und gehalten. Einige Schüler bedauerten es, dass sie die Frauenkirche und die Semperoper nicht von innen sehen konnten, da erstgenannte überfüllt und letztere für Besucher nicht zugänglich war.
Ab 12.00 Uhr waren viereinhalb Stunden Freizeit veranschlagt, die die meisten ganz individuell nutzten. Für Viele war dies einer der schönsten Tage des Aufenthalts.

Am darauf folgenden Tag hatten sich die Schüler vorgenommen, den Nachmittag frei zu nehmen. Deshalb sollte der Vormittag mit einem Besuch im Kraftwerk Schwarze Pumpe und der Besichtigung der IBA-Terassen (noch nicht vollständig geflutetes, ehemaliges Braunkohlefeld) relativ kurz ausfallen. Zuerst fuhr die Gruppe zu Vattenfall. Nach eigenständigem Beschauen der Info-Halle begaben sich die Schüler in eine Art Konferenzraum, der Informationen bezüglich des Werkes präsentierte. Die anschließende Besichtigung erwies sich als spannender. Allein die Lautstärke der Motoren nötigte die Schüler, sprachverstärkende Kopfhörer, die die Darlegungen des Werksführers wiedergaben, zu tragen. Hierbei wurden sich die Schüler bewusst, dass der Spagat zwischen Umweltvernichtung und Schaffung neuer Arbeitsplätze und Möglichkeiten für das Unternehmen und die Region sehr schwierig ist. Die grandiose Aussicht von eigens dafür errichteten Plattformen erlaubte einen weiten Blick in die Lausitzer Tagebaulandschaft. Anschließend begab man sich in die Vattenfall-interne Mensa. Danach fuhr die Gruppe mit dem Bus zu den IBA-Terassen, eine Ausstellungsebene mit einem 4-Sterne-Hotel und Klappstühlen für das ideale Strandfeeling. Allerdings wird diese Gegend erst dann richtig schön werden, wenn der See zur vollständigen Größe aufgefüllt wird.

Am darauf folgenden Tag, lernten wir bei der Busfahrt nach Bautzen eine kleines Stück der Oberlausitzer Region kennen. Dort angekommen, wurden die Schülergruppe gleich von einem Stadtführer begrüßt. Mit ihm begab man sich auf eine 90-minütige Tour durch die Stadt. So wurden die schönsten Gebäude wie Reichenturm, Wasserkunst und Rathaus präsentiert. Die Klassen wurden durch Fragen des Stadtführers hautnah in die Historie der Stadt eingeweiht. So erfuhr man viel über den ständigen Herrscherwechsel der Stadt zwischen Sachsen, Böhmen und Ungarn. Außerdem wurde die Geschichte des Zweiten Weltkrieges in Bautzen nahegebracht. Ebenso wurde hierbei auf die Bedeutung Bautzens für die Lausitz und die Sorben eingegangen.

Nach einer erholsamen Mittagspause begaben wir uns zum Gefängnis "Bautzen II". Hier vertiefte sich der Eindruck von der Ungerechtigkeit des DDR-Systems, da am Schicksal einzelner Gefangener deutlich wurde, dass sie Opfer politischer Willkürmassnahmen waren. Diese Erkenntnisse wurde am Freitag in einer Verarbeitungsphase mit Superintendent i.R. Vogel und Herrn Schmidtmann thematisiert und es wurden Freiräume gegeben unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken.

In Hoyerswerda nutzte man das schulinterne Beachvolleyballfeld, um sich auf den anschließenden Grillabend einzustimmen. Bei zwangloser Atmosphäre sprachen die Schüler über ihre gewonnenen Erfahrungen während des Austausches. Gerade dieser Abend bot nach den inhaltlichen Anstrengungen der letzten Tage das nötige laisser faire, womit die Fahrtenwoche ihren Abschluss fand.

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Rubrik: Berichte & Rückblicke

Veröffentlicht: am 21.07.2008