Das Schul-Ökoprojekt "Help for nature" an der Christlichen Schule Johanneum

Das Johanneum besuchen wahre Naturfreunde. Stark zu erkennen gaben sich diese, als sie vor knapp zwei Jahren an der Tür von Schülercoach Silvia Scheibe klopften, mit dem Entschluss, etwas zum Schutze der Natur und zur Pflege der Schöpfung zu bewegen. "Wir wollen nicht nur dazu aufschreiben oder ausarbeiten. Wir wollen etwas gestalten. Selbst tätig werden", so die damaligen Fünftklässler. Aus den anfangs zwei sehr engagierten Jungs, wurden recht bald acht. Fächerübergreifender Unterricht in Biologie und Geografie zum Thema Klima oder eine Umweltschutz-AG schwebte ihnen vor. "In der Vergangenheit hatten wir in der Grundschule auch schon Naturschutz-AGs", so damals die jungen Menschen. "Am Ende haben wir immer nur gemacht, was die Betreuerin wollte. Es wäre schön, wenn das anders wäre. Wir haben viele Ideen", erzählten die Jungs. Futterhäuser im Unterricht bauen, Müll aufsammeln, Bäume pflanzen, dafür sorgen, dass in den Flüsschen der Umgebung keine Zigarettenstummel mehr landen, Unterricht im Freien haben. Inklusive "grünem Klassenzimmer" draußen. All das trugen die Jungen zusammen. Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 fand dazu ein Treffen mit dem Schulleiter statt, der das Engagement der jungen Menschen überaus positiv empfand. Sich seiner Unterstützung sicher, ging es an die Planung: "Was wollen wir tun?"

Moritz, Jaydon, Aiven, Arian, Moritz, Phillipp, Franz und Mark überlegten sich gemeinsam mit Schülecoach Silvia Scheibe ihr Vorhaben ganz genau: Was? Wer? Wann? Wie?

Das Schul-Ökoprojekt "Help for nature" entstand, welchem sich weitere MitschülerInnen aus der Klasse sowie weitere, aus der ganzen Klassenstufe, anschlossen.

Die Projekttage im Januar 2020 im Visier, legten die jungen Menschen eifrig los. Auch die LehrerInnen waren mit im Boot. Im Biologieunterricht fanden Vorträge zum Thema "Artensterben", "Plastik im Meer" und "Klimaerwärmung" statt. In Geografie wurde das Thema "Wald" genauer unter die Lupe genommen. Im Kunstunterricht hämmerten und leimten die Jungen und Mädchen der Klasse 6b Nistkästchen zusammen und bemalten sie kunstvoll. "Ziel war es, diese zum Tag der offenen Tür zu verkaufen und von dem eingenommenen Geld Bäume zu pflanzen", so Initiator Moritz. Plakate wurden entworfen, eine Power-Point-Präsentation erstellt.

Zu den Projekttagen Anfang 2020 schließlich zogen die SechstklässlerInnen mit Handschuhen und Mülltüten ausgestattet in die Umgebung der Schule, und sammelten Müll in der Stadt Hoyerswerda. "Was da zusammen kam, war erstaunlich! So viel Plastik, das gehört nicht in die Natur. Das sollten wir unbedingt wieder tun, die Natur säubern", resümierte Mitschülerin Vivien.

Zum Tag der offenen Tür schließlich wurde der Müll wie auch die ausgearbeiteten Materialien der Kinder präsentiert. Die Power-Point von "Help for nature" sorgte für starkes Interesse. Sogar ein selbst entworfenes und gebasteltes Wappen hat die Gruppe. Eine Eule, umgeben von Bäumen, zeigt das Bild. Selbstgestaltete Buttons an ihren Shirts zeigten, wer zur Gruppe des "Schul-Ökoprojektes" gehört.

"Und der Nistkastenverkauf lief gut", weiß Helena. Auch der Kuchenbasar brachte Geld ein.

Zum Ende des Schuljahres 2019/20 dann das Highlight. Mit Spaten, Handschuhen, Drahtschere und viel Tatkraft ausgestattet, liefen die Schülerinnen und Schüler zur Pflanzwiese in Klein Neida, und pflanzten dort Bäume. In zwei Gruppen kamen sie an zwei verschiedenen Tagen und lernten dabei unter anderem die Grasnarbe auszuheben, einzupflanzen, zu düngen, zu gießen und den Schutz vor Wild anzubringen. Das gemeinsame Ergebnis war wunderbar! Obstbäume, eine Eiche, Weide, eine Tanne. Zehn Bäume pflanzte die Klasse insgesamt und alle erfreuten sich daran. Dem nicht genug. Weitere Freundinnen und Freunde zeigten Interesse. "Am liebsten wollte unsere ganze Klassenstufe einen Baum pflanzen. Jeder Einzelne. Die Eltern unterstützen unser Vorhaben", berichtet Franz. Und mit genau dem hoffnungsvollen Blick, nämlich weiter voran zu kommen, im Sinne der Natur, wollen sie nun weiter gehen.

Wer pflanzt, der denkt an die Zukunft. Voll Zuversicht. Auch wenn beim Säen und Pflanzen nur zu erahnen, Wochen später zeigen sich Blumen und schönes Grün. Ein Schmetterlingsbeet wird als nächstes auf dem Schulgelände entstehen. Und, sobald möglich, werden weitere Bäume gepflanzt. Die Natur bewahren und mit ihr schön leben, das ist das Herzensanliegen der Gruppe.

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Rubrik: Berichte & Rückblicke

Veröffentlicht: am 03.05.2021

Autor: Frau Scheibe

Bildnachweis: Vielen Dank an Frau Scheibe für das Foto.