Schon einer über 10jährigen Tradition folgend trafen sich im Februar 2010 Schüler des Profilunterrichts "Naturwissenschaften Plus" mit Mitgliedern des Bundes der Vertriebenen, OV Hoyerswerda zu einem Zeitzeugengespräch im Christlichen Gymnasium Johanneum Hoyerswerda.
Die Schilderungen der anwesenden Zeitzeugen ergänzten den Unterricht der Klasse 9 zum Thema: Heimat, Flucht und Vertreibung im Profilfach. Nachdem sich die Schüler intensiv mit allgemeinen Ursachen von Flucht und Vertreibung in der Geschichte beschäftigt hatten, bekamen sie nun die Möglichkeit, ihre vorbereiteten Interviewfragen an betroffene Personen zu stellen.
Zum ersten Mal erfuhren die Schüler aus dem Munde von Zeitzeugen direkt über deren persönliche Schicksale in einer Zeit, in der die Anwesenden etwa in dem Alter der 9-Klässler waren. Die geschilderten Einzelschicksale beeindruckten die Zuhörer, und es stellte sich immer wieder die Frage, wie man es als Jugendlicher schafft, das Erlebte zu verkraften bzw. damit zu leben.
Besonders betroffen machte die Schüler der Umstand, dass die Zeitzeugen über ihre Schicksale zu DDR-Zeiten nicht reden durften, und somit diese auch nicht aufarbeiten konnten. Und dass sie heute noch von Teilen der Gesellschaft einer politischen Richtung zugeordnet werden, von der sie sich aber nicht vereinnahmen lassen.
Abschließendes Fazit der Gesprächsrunde war aber auch die Meinung, dass jeder Mensch seinen Teil beitragen sollte, dass sich solche Vorgänge weltweit nicht mehr wiederholen dürfen.
