Die Aula des Johanneums war am Montag, den 05.05.2008 die Bühne für eine mobile Klassenzimmerproduktion. Die Neue Bühne Senftenberg führte für die ca. 45 Schüler der 10. Klassen das Stück "Alles Blau" von Tim Staffel auf.
Auszug aus dem Begleitheft: "Keine Macht den Drogen! Über Slogans wie diesen kann Axel nur lachen. In einem Hotelzimmer wartet er auf seinen Freund Malte, mit dem er immer seine besten Trips erlebte. Er erzählt, wie sie dank Ecstasy, Speed oder Koks, die coolsten Reisen gemacht haben, wie genial es ist abzuheben - alles blau, alles klar, endlos und weit. Ein Gefühl, das Axel asl Dauerzustand haben will, trotz der Panikattacken manchmal, und Malte soll dabei sein. Aber Malte kommt nicht, und langsam ahnt Axel, dass dies auch kein Hotelzimmer ist, sondern ein halluzinierter Höhenflug durch Zeit und Raum, der ungebremst auf einen Crash zurast."
gespielt von Till Demuth


Anschließend wurde über das Stück und seine Thematik diskutiert.


Nachfolgend die persönlichen Eindrücke von 2 Schülerinnen der 10a:
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Ein Theaterstück über Drogen. Nicht schon wieder! Haben wir dieses Thema jetzt nicht schon oft genug gehabt? Wissen wir inzwischen denn nicht alle, wie furchtbar gefährlich Drogen sind? Haben wir das ganze noch nicht genug zerredet? Das Nervt! – Das war das erste, was ich dachte, als ich hört, dass Till Demuth von der neuen Bühne Senftenberg am Montag, den 05.05.2008 das Stück "Alles Blau" an unserer Schule spielt. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es interessant sein könnte, jemandem bei einem Monolog zuzusehen. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Das einstündige Stück von Tim Staffel war sehr fesselnd geschrieben, manchmal verwirrend und allgemein ziemlich schockierend. Dem Ex-Junkie Axel bei seinem schizophrenen Flashbacks zuzusehen, empfand ich als beängstigend, weil alles so realistisch wirkte. Nach eigenen Angaben des Hauptdarstellers sei ihm das auch nur auf Grund eigener Erfahrungen so gut gelungen. In der anschließenden Diskussion wurden alle unsere Fragen sehr ehrlich beantwortet und Till Demuth Lebensgeschichte machte ihn beängstigend glaubwürdig. Das Stück einfach nur zu sehen, ohne es ausdiskutieren zu müssen, hatte auf uns eine viel größere Wirkung als jede Belehrung oder die ständigen Verbote. Für mich war "Alles Blau" eine schockierende und einschneidende Erfahrung und der Satz "Alles blau, alles klar, ich warte." Wird wohl eine bleibende Erinnerung werden. Astrid Mischner, 10a Christliches Gymnasium Johanneum Hoyerswerda |
Drogen, Drogen, Drogen! Es gibt doch auch noch andere aufklärungsbedürftige Dinge auf der Welt! Drogen sind ein wichtiges Thema, über das man aufgeklärt sein sollte. Nur kommt es einem nach fast 10 Jahren Schulkarriere langsam wieder zu den Ohren raus. Drogen sind gefährlich! Nimm sie nicht! Pass auf! Doch dieser Monolog "Alles Blau", gespielt von Till Demuth, für die Schüler und Schülerinnen der 10. Klassen am 05.05.2008 in der Aula des Christlichen Gymnasiums Johanneum, war anders. Er war erst leicht verwirrend, weil es nichts gab, wo man hätte sagen können: Das war klar, genau das musste jetzt kommen! Alle Beschreibungen, die die Person Axel gegeben hat, waren unerwartet, schnell aufeinander folgende Dinge. Aber sie waren sehr interessant. Er fiel von einem Rausch in den nächsten und seine unterschiedlichen Eindrücke, Erlebnisse nahmen einen mit. Es war, als wenn man diese Bilder auf einmal vor sich hat. Doch dann kam die knallharte Realität. Axel war schizophren und sein Freund Malte, auf den er seit einem Jahr wartete, kam ums Leben als er im Rausch in eine Kaffeetasse sprang. Die Auswertungs- und Diskussionsrunde war dann das Sahnehäubchen. Als uns der Schauspieler sagte, dass er selbst diese Drogen schon mal genommen hatte, dachte ich, das wäre ein Scherz, um die Stimmung aufzulockern. Aber es war keiner. Ich finde es sehr bewundernswert, dass er so offen und ehrlich über seine Erfahrungen in der Drogenszene erzählt hat. Das bedeutet ja auch immer wieder einen Teil der Vergangenheit rauszukramen und aufzuarbeiten. Es beeindruckte mich sehr, dass er Dinge preisgegeben hat, die andere lieber hinterm Berg lassen und versuchen zu vergessen. Dass er diese Kraft gefunden hat, sein Leben so radikal zu ändern und offen über aktuelle und auch nahe Probleme zu sprechen und auch aus der Erfahrung heraus Fragen beantworten zu können, die andere nicht so direkt beantworten könnten, fand ich toll. Ich finde, uns hätte nichts besseres passieren können. Wir wurden zwar in der Vergangenheit viel aufgeklärt, aber dennoch war immer eine Distanz da. Es war eine andere Welt, diese Drogenszene. Eine Welt, die weit weg ist, an die man nicht so leicht ran kommt und es nur wenige fremde Personen sind, die da reinrutschen. Durch das Gespräch ist uns allen klar geworden, dass das kein weit entferntes Thema ist, sondern ein Teil der Realität, ein Teil unserer Gesellschaft und ein Teil, mit dem wir lernen müssen umzugehen und dagegen zu halten. Elisabeth Schöneck, 10a Christliches Gymnasium Johanneum Hoyerswerda |